Tempolimit – Selbstversuch und Modellrechnung

Ich war an der Ostsee. Die Hinfahrt am Ostersamstag vormittags (bei eigentlich freier Strecke) inspirierte mich zu einer Rechnung:

520 km Strecke, 4:50 Fahrzeit. 

Davon durfte ich (gestoppte) 1:20 frei fliegen, war also 80 von 270 Minuten auf Streckenteilen ohne Tempolimit unterwegs. Die anderen dreieinhalb Stunden war bei max. erlaubten 130 km/h Schluss – dem Tempo, das ich (freiwillig) auch bei den freien Streckenanteilen fuhr. Sehr entspannt übrigens.

Wäre ich diesen Teil doppelt so schnell gefahren (260 km/h, was erlaubt und meistens sogar möglich gewesen wäre), hätte ich 40 Minuten eingespart. Bei Durchschnittstempo 180 km/h für diese etwa 175 Autobahnkilometer hätte ich noch 22 Minuten eingespart. Aus 4:50 wären 4:28 geworden.

260 km/h ist sehr flott; das können die meisten Fahrzeuge gar nicht. Einer der es kann, der BMX X5 xDrive 50i, gönnt sich bei diesem Speed knapp 50 Liter/100 km,
(https://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/hiliste-der-mega-schluckspechte-diese-pkw-verbrauchen-60-liter-und-mehr_id_3515475.html)
also allein für die 175 Freiflug-Kilometer von Köln bis zur Ostsee bereits über 80 Liter Treibstoff! Soviel habe ich für Hin- und Rückfahrt insgesamt nicht benötigt – ich fuhr die 175 Kilometer (wie den Rest der Strecke) mit durchschnittlich ziemlich genau 5 Litern/100 km.

Wer also bei 180 km/h genausoviel verbraucht wie bei 130 km/h, mag auf die Idee kommen, 8 % Fahrzeit einzusparen, und das auch als Grund für eine Absage an Tempolimitüberlegungen zu betrachten. Für alle anderen ist der Zeitgewinn im Verhältnis zum Mehrverbrauch schwer darstellbar.

Denn: jeder Liter Spritverbrauch bedeutet etwa 2,5 kg CO2

Bild von Schaloko auf Pixabay